23.8.2022

Paradiesisches Grün – der Statthaltergarten von Cambodunum

Zum Statthalterpalast, dem praetorium, von Cambodunum gehörte nicht nur eine Therme, in der sich der Statthalter entspannen konnte, sondern auch eine große Gartenanlage.


Gärten wie dieser waren typisch für repräsentative römische Villenbauten und Palastanlagen. Da der Statthalter (Vertreter der römischen Herrschaft gegenüber den Einwohnern in Provinzen) zur römischen Oberschicht gehörte, war dieser also durchaus standesgemäß.

Im Garten konnte der Statthalter Erholung vom Alltag und den Regierungsgeschäften suchen. Über das Aussehen der Gartenanlage in Cambodunum ist heute leider nur noch wenig bekannt. Konnte man zwischen Rosenbüschen, niedrigen Hecken und Bäumchen lustwandeln?

Sicher ist, dass um den Garten ein langer, überdachter Säulengang verlief, der Schutz bei schlechtem Wetter bot. Es gab sogar einen eigenen Zugang zur Forumsbasilika, der Gerichts- und Markthalle der römischen Stadt.

Tipp!
Heute können große und kleine Besucher:innen wie durch ein Fenster vier einzigartige Blicke in den Statthaltergarten werfen. Ein Lamellenbild auf dem ➜ APC Erlebnis-Rundweg zeigt am authentischen Ort aus unterschiedlichen Blickwinkeln, wie die antike Gartenanlage des Statthalters ausgesehen haben könnte.

Übrigens:
Die Bewohner:innen von Cambodunum nutzten wohl freie Flächen in ihren Hinterhöfen, um Gärten anzulegen. Anders als im Statthaltergarten wuchsen hier aber eher Gemüse und Kräuter für die eigene Küche.

Rekonstruktionszeichnungen: R. Mayrock