Do 17.11.2022 ▪ 19 Uhr ▪ Eintritt frei!

Gaben an die Götter. Das keltisch-römische Heiligtum in Lienz

Vortrag zur Antike von Dr. Barbara Kainrath / Prof. Dr. Gerald Grabherr


Zum Thema

Seit 2014 werden auf dem sog. Klosterfrauenbichl in Lienz archäologische Ausgrabungen im latène- und römerzeitlichen Heiligtum durchgeführt.

Schon für die latènezeitliche Phase sind massive Steinstrukturen im Hang, die mittels einer Holzkonstruktion im Hang verankert wurden, als Terrassierungsmaßnahmen nachweislich. Unter den keltischen Funden sind Fragmente einer Carnyx, der keltischen Kriegstrompete mit Wildschwein- oder Drachenkopf, besonders erwähnenswert, da sie - wie auch die Waffenweihungen - die Ansprache des Heiligtums als Stammesheiligtum der Laianken unterstützt.

Mit dem Alpenfeldzug der römischen Armee gelangte das für die Kelten so wichtige Heiligtum in einen überregionalen Fokus und in der frühen Kaiserzeit zur größten Blüte. Der Hügel wurde mit einer sorgfältig gesetzten und verputzten Umfassungsmauer, die den Temenos von der profanen Welt abgrenzt, umgeben und durch weitere Terrassierungen monumental umgestaltet. Die dadurch gewonnenen ebenen Flächen gewährten Platz für diverse Kulthandlungen und zur Deponierung von Weihegaben, sodass sich vom Lienzer Talkessel aus ein beeindruckender Anblick des Hügels als Abfolge von abgetreppten, weiß getünchten Mauern geboten hat. Das Fundmaterial ist überaus vielfältig, aber einen besonderen Stellenwert nehmen die Zinnstatuetten römischer Gottheiten ein, stellen sie doch den bisher größten Komplex dieser Votivgaben dar.


Über die Referenten


Mag. Dr. Barbara Kainrath

 

 

Assoz.-Prof. Mag. Dr. Gerald Grabherr


Anmeldung und Infos

  • Termin: Do 17.11.2022, 19 Uhr
  • Ort: Kempten-Museum im Zumsteinhaus (Vortragsraum), Residenzplatz 31, 87435 Kempten (Allgäu)
  • Anmeldung: Tel 0831/2525-7777 oder museen@kempten.de
  • Kosten: Eintritt frei

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